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Bonatti, Walter
Berge meines Lebens

Manche sehen in ihm einen der begabtesten Bergsteiger aller Zeiten: Walter Bonatti, der grosse italienische Alpinist. Bemerkenswert ist denn auch die Zahl seiner Erstbesteigungen und Neurouten, angefangen von der Ostwand des Grand Capucin im Montblanc-Massiv über Touren in Peru, in Patagonien und im Himalaja bis hin zum grossartigen Finale am Matterhorn.
Für Bonatti selbst, der unter den Entbehrungen des Krieges eine harte Jugend verlebt hatte, war das Bergsteigen in erster Linie eine Suche nach den eigenen Grenzen. Und immer wieder ist er an diese Grenzen gelangt, ja hat nicht selten sogar einen Blick darüber hinweg werfen müssen: Etwa bei der Alleinbesteigung des Petit Dru im Winter 1955, als er sich mit Glück und Geschick aus einer scheinbar ausweglosen Situation retten konnte, oder beim tragischen Begehungsversuch des Frêney-Pfeilers am Montblanc im Sommer 1961, der vier seiner Kollegen das Leben kostete und ihn selbst nahe an den Erschöpfungstod brachte. Eine Enttäuschung, die sein weiteres Leben bestimmte, war für Bonatti die italienische K2-Expedition von 1954: Er, der vermutlich stärkste Expeditionsteilnehmer, durfte nicht beim Gipfelvorstoss mitmachen und musste sich im Nachhinein sogar den Vorwurf gefallen lassen, das Gipfelduo bewusst hintertrieben zu haben. Erst eine Untersuchung in den 1990er-Jahren brachte Klarheit in das Geschehen von damals und rehabilitierte Bonatti vollständig. Im AS-Band sind die alpinistischen Texte und Erlebnisberichte Walter Bonattis, zusammen mit über 70 Fotos aus seinem Archiv, erstmals in deutscher Sprache vereint. Aufrichtig und schnörkellos, ja zuweilen scheinbar fast ohne Emotionen schildert der Bergsteiger die dramatischen Ereignisse. Und doch - oder gerade deshalb - lassen seine Erzählungen so schnell nicht mehr los, wer sich einmal auf sie eingelassen hat.

EAN:
978-3-905111-53-8
Zusätzliche Informationen
GEB AS Verlag, Zürich; 2000. 348 S. m. SW-Fotos im Text, 11 Farbfotos auf Taf. 24,5 cm; 898g; deutsch
Personenporträt Walter Bonatti, 1930 in Bergamo geboren, gilt als einer der größten Bergsteiger und Abenteurer aller Zeiten. Er gehörte dem legendären italienischen Team an, das 1954 den K2 bezwang. Zu seinen alpinistischen Glanzleistungen zählen ferner die Ostwand-Durchsteigung des Grand Capucin (1951), die Winterbesteigung des Walkerpfeilers an den Grandes Jorasses (1963) sowie seine Alleingänge am Dru-Südwestpfeiler (1955) und an der Matterhorn-Nordwand (1965). Nach diesem Erfolg wandte er sich mit nur 35 Jahren vom Bergsteigen ab, um inspiriert von großen Erzählern wie Jack London und Herman Melville ferne Länder und Kulturen zu erkunden. Im Jahre 2000 wurde ihm der Offiziersorden der französischen Ehrenlegion verliehen. 2009 erhielt er den Piolet d'Or, die höchste Auszeichnung des Bergsports, für sein Lebenswerk.
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