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Die neue Weltwirtschaftskrise, Krugman, Paul R.
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Krugman, Paul R.

Die neue Weltwirtschaftskrise


Wirtschaftsnobelpreis 2008 für Paul Krugman

Schon vor zehn Jahren wies Paul Krugman auf die Rückkehr der ökonomischen Missstände hin, die die Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre ausgelöst haben. Doch im Boom nach der Jahrtausendwende wurde seine Warnung vergessen. Jetzt steht eine neue Weltwirtschaftskrise vor unserer Tür. In seinem Buch zeigt der Nobelpreisträger, wie die mangelnde Regulierung der Finanzmärkte die Voraussetzungen für eine Rückkehr der Weltwirtschaftskrise schuf. Er legt dar, welche Schritte unternommen werden müssen, damit die Krise eingedämmt und die Weltwirtschaft vor dem Absturz in eine tiefe Rezession bewahrt werden kann. Brillant geschrieben, in Krugmans typischem Stil klar und deutlich, lebendig und unterhaltsam, dabei zugleich enorm fundiert , wird dieses Buch sofort nach Erscheinen zu einem Grundpfeiler in der Debatte zur Lösung der Krise werden.


EAN:
978-3-593-38933-2

Zusätzliche Informationen
Mit einem Vorw. zur aktuellen Lage in Deutschland GEB
Campus Verlag; 2009. 248 S. 22 cm; 445g; deutsch


Leseprobe
Die meisten Ökonomen - sofern sie sich überhaupt mit dem Thema beschäftigen - halten die Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre für eine unnötige, vermeidbare Tragödie. Wenn nur der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Herbert Hoover angesichts des Konjunkturrückgangs weniger Haushaltsdisziplin geübt hätte; wenn nur die Notenbank (Federal Reserve) nicht auf Gedeih und Verderb zulasten der heimischen Wirtschaft am Goldstandard festgehalten hätte; wenn nur der Staat den bedrohten Banken mit Liquidität zu Hilfe geeilt wäre, um dem Bankenansturm, der sich 1930/31 entwickelte, frühzeitig zu wehren - dann hätte der Börsenkrach des Jahres 1929 nie solche Konsequenzen zeitigen können. Alles wäre bei einer ganz normalen, schon bald vergessenen Rezession geblieben. Und da ja Ökonomen wie Politiker ihre Lektion gelernt haben, wird sich eine Depression dieses Kalibers bestimmt niemals wiederholen....
Aber ist diese Zuversicht wirklich gerechtfertigt? We§09§nn wir uns die letzten zwei, drei Jahr vor Augen halten, müssen wir feststellen, dass sieben Volkswirtschaften - die zusammengenommen noch immer für ein Viertel der Weltproduktion sorgen und eine Bevölkerung von rund 700 Millionen aufweisen - in eine Wirtschaftskrise geraten sind, die leider in vieler Hinsicht an die große Depression der dreißiger Jahre erinnert. Heute wie damals schlug die Krise wie ein Blitz aus heiterem Himmel zu; heute wie damals reden die meisten Kommentatoren unbeirrt von der Rückkehr des Booms, wiewohl der Abschwung an Dynamik gewinnt; heute wie damals erweisen sich die gängigen wirtschaftlichen Rezepte als unwirksam, vielleicht sogar als kontraproduktiv. Noch freilich hat keines der Krisenländer - mit Ausnahme Indonesiens - einen wirklich kritischen, das Etikett Depression rechtfertigenden Produktionseinbruch erlitten. Und wiewohl die Ausläufer der Krise manche Volkswirtschaft - von Südafrika bis Argentinien - ziemlich in die Bredoullie zu bringen drohten, ist die Weltwirtschaft insgesamt nach wie vor auf Wachstumskurs. Doch die Gefahr ist keineswegs gebannt - noch kann alles viel schlimmer kommen. Allein die Tatsache, dass so etwas in unserer modernen Welt überhaupt noch geschehen kann, sollte jedem, der einen Sinn für Geschichte hat, einen Schauer über den Rücken jagen....




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