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Tolstoi, Leo N.
Krieg und Frieden

Eine breit angelegte Familienchronik, ein Gesellschaftsporträt und Sittenbild Russlands im 19. Jahrhundert: Buchstäblich vor dem Hintergrund von Krieg und Frieden entfaltet Tolstoi das ganze Spektrum menschlicher Gefühle, Triebkräfte und Verhaltensweisen. Mit seiner Vielschichtigkeit und den virtuos gezeichneten Figuren gehört Tolstois Roman zum Kanon der Weltliteratur. "Danach kommt es einem vor, als wären in den Wochen der Lektüre viele Jahre verstrichen, als hätte man an Welterfahrung gewonnen, ohne dass man dafür Katastrophen und Kriege durchleben musste; es reichte, davon zu lesen. Ein Effekt jenseits der Kunst und größer als sie. Ich kenne keinen anderen Roman, der das vermag." Daniel Kehlmann

EAN:
978-3-548-60915-7
Zusätzliche Informationen
Roman. Mit e. Nachw. v. Heinrich Böll Aus d. Russ. v. Werner Bergengruen Nr.60915 KT List TB.; 2009. 1584 S. 19 cm; 880g; deutsch
Personenporträt Leo N. Tolstoj, geb. am 9. September 1828 in Jasnaja Poljana bei Tula, starb am 20. November 1910 in Astapowo, heute zur Oblast Lipezk an einer Lungenentzündung. Tolstoj entstammte einem russischen Adelsgeschlecht. Als er mit neun Jahren Vollwaise wurde, übernahm die Schwester seines Vaters die Vormundschaft. An der Universität Kasan begann er 1844 das Studium orientalischer Sprachen. Nach einem Wechsel zur juristischen Fakultät brach er das Studium 1847 ab, um zu versuchen, die Lage der 350 geerbten Leibeigenen im Stammgut der Familie in Jasnaja Poljana mit Landreformen zu verbessern. Er erlebte von 1851 an in der zaristischen Armee die Kämpfe im Kaukasus und nach Ausbruch des Krimkriegs 1854 den Stellungskrieg in der belagerten Festung Sewastopol. Die Berichte aus diesem Krieg (1855: Sewastopoler Erzählungen) machten ihn als Schriftsteller früh bekannt. Er bereiste aus pädagogischem Interesse 1857 und 1860/61 westeuropäische Länder und traf dort auf Künstler und Pädagogen. Nach der Rückkehr verstärkte er die reformpädagogischen Bestrebungen und richtete Dorfschulen nach dem Vorbild Rousseaus ein. Seit 1855 lebte er abwechselnd auf dem Gut Jasnaja Poljana, in Moskau, und in Sankt Petersburg. Im Jahre 1862 heiratete er die 18-jährige deutschstämmige Sofja AndrWerner Bergengruen, geb. am 16. September 1892 in Riga, war nach dem Ersten Weltkrieg Journalist und begann ab 1923 zu veröffentlichen. 1936 trat er zum Katholizismus über, 1937 wurde er aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und lebte danach zurückgezogen in Bayern und Tirol, später in der Schweiz. Er starb am 4. September 1964 in Baden-Baden.
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