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Feth, Monika
Teufelsengel

Die siebzehnjährige Romy hat ihren Traumjob ergattert: ein Volontariat bei einer Kölner Zeitung. Engagiert stürzt sie sich in die Recherchen und kommt einer mysteriösen Bruderschaft auf die Spur, die Exorzismen an einem jungen Mädchen durchführt. Gemeinsam mit Kommissar Bert Melzig gerät sie bald selbst in Gefahr

EAN:
978-3-570-16045-9
Zusätzliche Informationen
Thriller ab 13 J.. GEB cbt; 2009. 409 S. 22 cm; 641g; deutsch
Leseprobe
Sie hörte das feine, spitze Geräusch schon, noch bevor es ihre Ohren richtig erreicht hatte, und ihr wurde vor Entsetzen kalt. / Metall traf auf Metall. / Während sie gehetzt nach einem Versteck Ausschau hielt, presste sie die Hände vor den Mund, um sich bloß mit keinem Laut zu verraten. Als wäre das überhaupt noch von Bedeutung. / Wieder wurde ein Schlüssel in ein Schloss gesteckt, näher diesmal und überaus deutlich. / Wie laut ihr Atem in der Stille war! Sie lief ziellos im Zimmer umher, und ihre Angst wuchs mit jedem Schritt. Kein Versteck! Nirgends! Der Schrank, das Bett, die Vorhänge, mehr Möglichkeiten gab es nicht. Vor Anstrengung fing sie an zu keuchen. / Lieber Gott ... / Sie warf sich auf den Boden, kroch unter das Bett und robbte gleich wieder darunter hervor. Zog verzweifelt die Schranktüren auf und machte sie wieder zu. Tränen ließen die Umrisse der Gegenstände vor ihren Augen verschwimmen. / Sie saß in der Falle. / Jetzt konnte sie die Schritte hören. Viele. Und sie waren unterwegs zu ihr. / Langsam wich sie zum Fenster zurück, öffnete es mit bebenden Händen und warf einen Blick in die Tiefe. Ein Schweißtropfen rann an ihrer Wirbelsäule hinunter. / Vor ihrer Tür machten die Schritte Halt. / Mit allerletzter Kraft schwang sie sich auf die Fensterbank, ohne die Klinke aus den Augen zu lassen. Lieber Gott, dachte sie. Gib mir den Mut zu springen ... / Dann hörte sie den Schlüssel im Schloss. / / Schmuddelbuch, Montag, 10. November / / Gestern wurde aus dem Fühlinger See die Leiche eines zweiundzwanzigjährigen Mannes geborgen. Die Polizei geht von einem Fremdverschulden aus, machte aber, um die Ermittlungen nicht zu gefährden, keine weiteren Angaben. Dies wäre seit Mai bereits das vierte Gewaltverbrechen mit Todesfolge in Köln. Einen Zusammenhang der Todesfälle schließt die Polizei nach dem derzeitigen Kenntnisstand jedoch aus. (Kölner Anzeiger) / / "Warum nicht, Greg?" / "Dafür gibt es tausend Gründe, Schätzchen." "Nenn mir drei!" / "Also gut. Erstens: Ich will nicht. Zweitens: Ich will nicht. Drittens: Ich will nicht. Und jetzt lass mich arbeiten." "Das ist nicht fair, Greg!" / Gregory Chaucer stützte die Ellbogen auf den Schreibtisch und vergrub die Finger im Haar. Dann hob er den Kopf und bedachte Romy mit einem milden Blick. "Seit wann, Mädchen, ist das Leben fair?" / "Ich weiß, dass ich recht habe, Greg." / "Das ist ja das Schlimme. Du hast meistens recht." / "Also gibst du mir grünes Licht?" / "Nein!" Gregory Chaucer beugte sich vor und griff nach dem Telefon. "Sonst noch was?" / Er konnte das gut, jemanden, der ihm auf die Nerven fiel, mit beleidigender Beiläufigkeit abservieren, und Romy hatte das schon oft am eigenen Leib zu spüren bekommen. Er guckte einen dann stur über den Rand seiner Lesebrille hinweg an, wobei sich seine Stirn in angestrengte Falten legte, was seinem Gesicht einen gleichermaßen erstaunten wie abwartenden Ausdruck verlieh. Diesmal, hatte Romy sich vorgenommen, würde sie sich davon nicht beeindrucken lassen. / "Und wenn ich dir verspreche, vorsichtig zu sein?" / "Das versprichst du mir doch dauernd." / "Bitte, Greg. Du weißt, dass du dich auf meine Nase verlassen kannst." Sie rührte sich nicht von der Stelle. "Vier Tote in einem halben Jahr, Greg. Du willst mir doch nicht erzählen, dass nichts dahintersteckt?" / "Ich will dir gar nichts erzählen, Romy. Ich will meine Ruhe haben, nichts weiter. Renitente Volontärinnen sind das Letzte, was ich im Augenblick brauche." / "Renitent? Das kränkt mich jetzt aber wirklich, Greg." / Gregory Chaucer stöhnte auf. / "Setz dich, Romy." / Er hatte den Satz noch nicht ausgesprochen, als Romy schon auf dem Stuhl vor seinem Schreibtisch saß und ihn mit großen Augen anschaute. / "Also. Noch einmal. Was hast du vor?" / "Bloß ein bisschen herumstochern, Greg. Vier Tote! Das könnte die Geschichte meines Lebens werden." / "Die Geschichte deines
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